Aktuelle öffentliche Ausschreibungen, Vergabeverfahren und Aufträge der öffentlichen Hand. Täglich aktualisiert.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Schreiben einer öffentlichen Ausschreibung. Leistungsbeschreibung, Zuschlagskriterien, Vergabeunterlagen — was Auftraggeber und Bieter wissen müssen.
Öffentliche Ausschreibungen werden von öffentlichen Auftraggebern geschrieben: Bund, Länder, Kommunen, öffentliche Unternehmen und Einrichtungen des Gesundheitswesens. Aber auch Bieter profitieren davon zu verstehen, wie eine Ausschreibung entsteht — denn nur wer die Anforderungen kennt, kann ein überzeugendes Angebot schreiben.
Alles beginnt mit einem konkreten Bedarf. Die Vergabestelle muss präzise definieren:
Tipp: Eine ungenaue Bedarfsdefinition führt zu Nachfragen, Angeboten an der Realität vorbei und Vergabeverzögerungen.
Die Leistungsbeschreibung ist das Herzstück jeder Ausschreibung. Sie muss so formuliert sein, dass alle Bieter die gleiche Leistung anbieten können.
Bei Bauaufträgen verwenden Sie die ATV-DIN-Normen (Allgemeine Technische Vertragsbedingungen) aus dem VOB/C-Teil. Die Leistungsbeschreibung gliedert sich in:
1. Beschreibung der Baumaßnahme (Projektbeschreibung)
2. Technische Anforderungen (Zeichnungen, Pläne, statische Berechnungen)
3. Ausführungsfristen und Termine
4. Formalien (Angebotsformat, Nachweise, Unterschrift)
Bei Liefer- und Dienstleistungen beschreiben Sie:
Die Zuschlagskriterien bestimmen, wie das wirtschaftlichste Angebot ermittelt wird. Zwei Modelle:
Wichtig: Die Zuschlagskriterien und ihre Gewichtung müssen in der Bekanntmachung veröffentlicht werden. Nachträgliche Änderungen sind nicht zulässig.
Eignungsanforderungen prüfen, ob ein Bieter die Leistung erbringen kann:
| Anforderung | Typisch für |
|-------------|------------|
| Berufliche Zulassung | Bau, Handwerk |
| Leistungsreferenzen | Alle Bereiche |
| Finanzielle Leistungsfähigkeit | Großaufträge |
| Technische Ausstattung | Bau, IT |
| Qualitätssicherung (ISO 9001) | Alle Bereiche |
| Berufshaftpflicht | Planungsleistungen |
Tipp: Formulieren Sie Eignungsanforderungen so, dass KMU sie erfüllen können. Überzogene Anforderungen schränken den Wettbewerb ein.
Das vollständige Vergabepaket enthält:
1. Bekanntmachung (vorgeschriebenes Formular)
2. Leistungsbeschreibung mit Anlagen
3. Entwurfsvertrag (VOB/B, BGB oder EVB-IT)
4. Eignungsanforderungen (Nachweisliste)
5. Zuschlagskriterien (Gewichtung)
6. Angebotsfrist und Formalien
7. Ergänzende Unterlagen (Pläne, Bodengutachten, etc.)
1. Bekanntmachung veröffentlichen
2. Vergabeunterlagen bereitstellen
3. Bieterfragen beantworten (meist anonymisiert)
4. Angebote öffnen und prüfen
5. Zuschlag erteilen (nach Wartepflicht)
6. Vertrag schließen
Eine gute Ausschreibung zeichnet sich durch präzise Leistungsbeschreibung, faire Eignungsanforderungen und transparente Zuschlagskriterien aus. Wer als Bieter die Perspektive des Auftraggebers versteht, kann gezielt auf die Anforderungen eingehen und seine Chancen auf den Zuschlag deutlich erhöhen.
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